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Rua Augusta Arch

Lissabon, eine kosmopolitische historische Stadt

Auf hügeligem Gelände am Zusammenfluss von Tejo und Atlantik liegt Lissabon, die Hauptstadt Portugals. Mit über eine halbe Million Einwohner ist sie das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Von Helen Cleary.

Lissabon war schon immer eine Stadt des Handels, wo seit dem Mittelalter Gewürze, Stoffe, Keramik und kostbare Waren aus fernen Ländern auf Märkten feilgeboten wurden. Mit Beginn des Zeitalters der Entdeckungen im 15. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem der größten Handelshäfen der Welt und zog Kaufleute aus Europa, Afrika und Asien an. Dies trug zu einer florierenden Wirtschaft bei und prägte die Stadt nachhaltig. Versinnbildlicht wird die Glanzzeit des portugiesischen See- und Handelsimperiums u.a. durch den Torre de Belém (Turm von Belém) an der Tejomündung. Neben dem nahegelegenen Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymitenkloster), einem Sakralbau des 16. Jahrhunderts, gehört der Turm zu den wenigen herausragenden Bauwerken des manuelinischen Stils, die das Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 überstanden haben. Seit 1983 gehören beide Denkmäler zum UNESCO Kulturerbe.

Zu den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört auch das imposante Castelo de São Jorge. Von der Aussichtsplattform dieser Festungsanlage mit integrierter Burgruine genießt man einen Blick auf die Altstadt mit ihren farbenfrohen Häusern, den Tejo und die drittlängste Hängebrücke der Welt die Ponte 25 de Abril.

Das Museu Nacional de Arte Antigabeherbergt eine bedeutende Sammlung Malerei, Bildhauerei, Goldschmiedearbeiten und Kunstgewerbe aus Europa, Afrika und Asien vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Im Museu de Arte Contemporânea findet man zeitgenössische Kunst. Im ehemaligen Kloster Madre de Deus, das im Jahr 1509 gegründet wurde, erzählt das Museu Nacional do Azulejo (Fliesenmuseum) die Geschichte der Fliese vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Vielbesucht ist auch das Museu dos Coches mit einer Sammlung reich verzierter Kutschen, Berlinen, Kaleschen, Phaëtons, Coupés sowie Pferde- und Tragesänften des 17., 18. und 19. Jahrhunderts.

Der „Nationenpark“ Parque das Nações am Flussufer ist ein durch die Neubelebung eines ehemaligen Industriegebiets entstandener Freizeitpark. Hier kann man auch im Ozeanarium über 8.000 Meereslebewesen aus mehr als 500 verschiedenen Arten aus den vier Ozeanen der Welt bestaunen. 

Viele Sehenswürdigkeiten erreicht man mit der Carreira 28E dos Elétricos de Lisboa. Sie ist eine von sechs Linien der Straßenbahn Lissabon und verbindet die Nachbarschaften Alfama, Baixa und Lapa mit dem Stadtteil Prazeres. Besonders beliebt sind die auf der steilen Streckenführung durch die schmalen Altstadtgassen und enge Kurven eingesetzten Altbauwagen.

Nach einem Einkaufsbummel im eleganten Chiado-Viertel empfiehlt sich ein Abendessen im Szeneviertel Bairro.