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Der Hasselbachplatz ist ein komplexer Verkehrsknotenpunkt.
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Die Steuerungstechnik befindet sich in einem Bunker unter dem Platz.

Herzschlag der Magdeburger Straßenbahn modernisiert

Der Hasselbachplatz – oder einfach „der Hassel“ – ist mehr als nur ein Verkehrsknotenpunkt. Mitten in der Elbestadt schlägt hier das urbane Herz, rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Straßenbahnen, Busse, Händler, Gastronomen und Besucher sorgen für Bewegung, Vielfalt und ein lebendiges Kiezgefühl. Von Kay Klöcker

Nach 28 Jahren ununterbrochener Nutzung war es im Jahr 2024 Zeit für eine grundlegende Erneuerung: Das gesamte Gleiskreuz der Straßenbahn am Hasselbachplatz wurde modernisiert. Ziel war es, die Infrastruktur nachhaltig zu sichern, den Betrieb zu verbessern und den hohen Verkehrsfluss – bis zu 66 Straßenbahnen pro Stunde – auch in Zukunft zuverlässig zu gewährleisten. Um den Platz und die zuführenden Straßen möglichst erreichbar zu halten, erfolgte die Erneuerung in zwei Bauphasen. Trotz notwendiger Sperrungen und Umleitungen blieb der Straßenbahnverkehr während der gesamten Bauzeit in Betrieb – wenn auch mit geänderten Fahrwegen.

Umfangreiche Modernisierungen

Erneuert wurden das gesamte Gleisviereck, die Weichensteuerungstechnik, Fahrleitungen und Oberflächen. Außerdem kamen neue Schienenschmieranlagen zum Einsatz, die für leiseren Bahnverkehr sorgen. Auch eine Kanalsanierung durch die SWM wurde integriert – ein Projekt, das weit über die Schienen hinaus Verbesserungen bringt.

Moderne Steuerungstechnik für einen sicheren Betrieb

Im Projekt fiel die Entscheidung, HCS-Komponenten zur Erfassung von Anmeldungen und Fahrzeugnummern einzusetzen, ergänzt durch Fahrzeugdetektion zur Steuerung und Abarbeitung der Fahrwege. Die bestehende Topologie der Gleisanlage sowie die Lage und Anordnung der Gleiselemente sollten unverändert bleiben, um die bisherigen Fahrwege und -beziehungen zu erhalten.

Am Hasselbachplatz selbst war der Platz für Schrankaufbauten stark begrenzt. Die komplexe Gleisgestaltung – mit 12 Freimeldeabschnitten, Parallel- und Nachfahrsituationen sowie 12 anzusteuernden Weichenantrieben – führte in der Hardware-Konfiguration zu beachtlichen sechs HVIP-Steuerungen, die es unterzubringen galt.

Die Lösung bestand in der Verlagerung der Steuerungstechnik in den Untergrund des Platzes. Dort befindet sich ein zentraler Bunker (6 m × 2 m × 2 m, L×B×H), in dem alle Racks der Signalanlage installiert sind. Von hier aus breiten sich die Steuerung der Weichenheizung und sämtliche Kabel sternförmig aus. Der Zugang erfolgt über einen kleinen, hydraulisch gesteuerten Deckel – nichts für Menschen mit Platzangst, aber ein Paradies für Techniker. Da der Hasselbachplatz vom Bunker aus nicht einsehbar ist, steht für einen schnellen Überblick eine Gleisbildstufe im Bunker bereit. Für komplexere Bediensituationen gibt es zusätzlich einen oberirdischen Arbeitsplatz mit direktem Blick auf die Anlage, der je nach Bedarf zugeschaltet werden kann.

Das Herzstück der Steuerung bilden sechs HVIP-Einheiten, die über eine intelligente Vernetzung ihre Aufgaben innerhalb der Steuerungslogik aufteilen: Einige verwalten und regulieren die Freimeldeabschnitte, andere steuern Weichenantriebe oder Signale. Sicherungstechnische Prozesse bleiben damit in den HVIP-Steuerungen, die diese bis zum Sicherheitslevel SIL 4 beherrschen.

Für nicht sicherheitsrelevante Funktionen kommt die HANNING & KAHL Logic Unit (HLU) in der Ausführung HLUmulti zum Einsatz. Diese Version verfügt zusätzlich über ein Modem und einen erweiterten Diagnosedienst, der die Anlage ConnAct®-fähig macht. Für die Nutzer bietet dies einen entscheidenden Vorteil: Sie haben jederzeit die volle Kontrolle über die Anlage – per Visualisierung und Fernzugriff. Anlagenevents werden automatisch gespeichert und lassen sich zur Fehleranalyse im Anlagenbild wieder anzeigen und auswerten. So können Serviceeinsätze gezielt vorbereitet und effizient geplant werden.

Mit der Erneuerung des Gleiskreuzes ist der Hasselbachplatz bestens für die Zukunft gerüstet – technisch auf dem neuesten Stand und bereit, auch in den kommenden Jahrzehnten das Herzstück des Magdeburger Nahverkehrs zu bleiben.