{huk:LocalizateMediaInline(image:'TYPO3\CMS\Extbase\Domain\Model\FileReference:137398
© Fraunhofer IOSB M. Zentsch
{huk:LocalizateMediaInline(image:'TYPO3\CMS\Extbase\Domain\Model\FileReference:137399
© KARLI TMD

Wenn Autos sprechen lernen: Die Zukunft der Fahrer-Interaktion

Die steigenden Automatisierungsgrade moderner Fahrzeuge erfordern neue Formen der Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Forschende des Fraunhofer-Instituts haben in Zusammenarbeit mit der Industrie einen Ansatz entwickelt, der durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) die Interaktion auf eine neue, situationsabhängige Ebene hebt.   Von Ruben Vorwald

Sprachmodelle und Sensoren für mehr Komfort

Stellen wir uns vor: Während der Fahrt informiert das Auto über schwierige Straßenverhältnisse und kündigt an, dass die Kontrolle bald wieder an den Menschen übergeben werden muss. Solche Szenarien könnten bald Realität werden, dank des Forschungsprojekts „KARLI“, das die KI-gestützte Interaktion im Fahrzeug der Zukunft weiterentwickelt. KARLI wird von einem Konsortium aus Fraunhofer-Instituten, Audi, Ford, Continental und weiteren Partnern getragen. Ziel ist es, die Kommunikation zwischen Mensch und Fahrzeug an den jeweiligen Automatisierungsgrad anzupassen, unter Einsatz von Sprachmodellen und Sensorik, die sowohl den Verkehr als auch den Fahrzeuginnenraum beobachten.

Die Automatisierungsgrade und ihre Herausforderungen

Fahrzeuge durchlaufen verschiedene Stufen der Automatisierung, von assistiert bis autonom. KARLI fokussiert sich auf die Stufen zwei bis vier, also teil- bis hochautomatisiert. Dabei ergeben sich je nach Stufe unterschiedliche Anforderungen: Mal muss der Fahrer aufmerksam bleiben, mal kann er sich entspannen. Die Interaktion muss flexibel angepasst werden. Ein Beispiel: Im hochautomatisierten Modus könnte das Fahrzeug den Fahrenden vor Wetterveränderungen warnen und ihn darauf vorbereiten, die Kontrolle zu übernehmen. Hier zeigt sich die Stärke der KI, die in Echtzeit Informationen verarbeitet und situationsgerechte Hinweise gibt.

Personalisierte Ansprache durch KI

Die Interaktion im Fahrzeug wird durch KI nicht nur sicherer, sondern auch persönlicher. Das System lernt die Vorlieben der Nutzenden kennen und passt die Ansprache individuell an. Sensoren erfassen den Zustand des Fahrgastes und ermöglichen so eine situationsgerechte Kommunikation. Ziel ist es, das Fahrerlebnis zu verbessern, indem das Fahrzeug die Kontrolle im richtigen Moment an die richtige Person übergibt. 

Potenzial für den öffentlichen Nahverkehr: Die Straßenbahn der Zukunft

Nicht nur der Individualverkehr, sondern auch der öffentliche Nahverkehr könnte von den Erkenntnissen des KARLI-Projekts profitieren. Straßenbahnen, die zunehmend automatisierte Systeme nutzen, könnten die KI-gestützte Kommunikationstechnologie übernehmen, um die Sicherheit und den Komfort der Fahrgäste zu erhöhen. Besonders in urbanen Gebieten, wo Straßenbahnen eine wichtige Rolle im täglichen Pendelverkehr spielen, ist es entscheidend, dass die Systeme optimal funktionieren und sich an die Bedürfnisse der Passagiere anpassen.

Ähnlich wie im Auto könnte auch in der Straßenbahn eine personalisierte Ansprache der Passagiere erfolgen. Warnungen vor Kurven oder Bremsvorgängen könnten Menschen helfen, ihre Position rechtzeitig zu stabilisieren. Zudem könnte die KI durch Überwachung der Passagieraktivitäten dabei unterstützen, Störungen zu minimieren und die allgemeine Reiseerfahrung zu verbessern. So würde der Einsatz dieser KI-Systeme dazu beitragen, den urbanen Nahverkehr sicherer und komfortabler zu gestalten, indem die Interaktion zwischen den Verkehrssystemen und den Fahrgästen optimiert wird.