Straßenbahner-EM in Stuttgart

Am 5. Mai 2018 – pünktlich zu ihrem 150. Geburtstag – richtete die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) auf ihrem Betriebsgelände in Möhringen die 7. Europameisterschaft der Straßenbahnfahrerinnen und Straßenbahnfahrer aus. 25 Teams aus 19 europäischen Ländern waren dabei.

Sie kamen aus Barcelona, Bergen, Berlin, Brüssel, Budapest, Dresden, Dublin, Edinburgh, Florenz, Frankfurt, Göteborg, Helsinki, Leipzig, Manchester, Moskau, Paris, Porto, Rotterdam, Stockholm, Teneriffa, Wien und Zürich sowie aus den Stuttgarter Partnerstädten Brünn und Lodz in die baden-württembergische Landeshauptstadt.

Fahrerische Herausforderung


Da alle Teilnehmer beruflich Straßen- oder Stadtbahnen fahren, sind sie mit dem Prinzip eines Schienenfahrzeugs vertraut. Doch beim Wettkampf kam es für die Profis auf jedes Detail an. Es galt, sich auf die Fahrdynamik und Bedienung eines unbekannten Fahrzeugtyps umzustellen: Aufgrund der Stuttgarter Topografie nutzt der DT8 drei Bremssysteme, die im Zusammenspiel hohe Anforderungen an extrem langsames und sanftes Anfahren stellen. Daher waren die Teams einen Tag vor dem Wettkampf in kleinen Gruppen mit den Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern der SSB unterwegs, um sich mit dem DT8 vertraut zu machen.

Stimmungsvoller, sonniger Festtag

Mehr als 66.000 Zuschauer verfolgten das Straßenbahnspektakel über einen Live-Stream. Vor Ort feuerten rund 10.000 Gäste alle Teams an. Diese machten sich mit dem DT8.14 auf den Weg, um Teamwork, fahrerisches Können und Schnelligkeit zu beweisen. In sechs Disziplinen ging es darum, die eigene Geschwindigkeit mit abgedecktem Tacho richtig einzuschätzen, den Abstand zwischen Fahrzeug und einem Gegenstand in der Kurve möglichst genau zu beurteilen sowie eine Schwipp-Schwapp-Schranke aus dem Stand zu überwinden. Zusätzlich mussten zwei unterschiedliche Bremsungen präzise klappen. Statt vor dem Hindernis zu bremsen, mussten die Fahrerinnen und Fahrer beim Tram-Bowling mit dem DT8 eine Kugel anschubsen, die möglichst viele Kegel abräumen sollte. Nach einem packenden Finale standen die Sieger fest: Sara Aspenström und Jonas Arvidsson aus Stockholm.

Ziel der jährlich ausgetragenen Tram-EM ist es, einem breiten Publikum bei einem spannenden Wettkampf das Können von Fahrerinnen und Fahrern zu zeigen und zu verdeutlichen, was Verkehrsbetriebe in Europa und weltweit leisten. Nach der Stuttgarter Ausgabe übernahmen die Brüsseler Verkehrsbetriebe STIB-MIVB den Staffelstab für 2019.