Orientierung schafft Sicherheit – Weitere GuideLight-Installation im Hagerbachstollen

Tunnelprojekte erfordern ein hohes Maß an Organisation. Am Bau beteiligte Firmen sind gut beraten, ihre Produkte schon im Vorfeld zu erproben und den Einbau zu trainieren. Zu diesem Zweck wurde in den siebziger Jahren der Versuchsstollen Hagerbach gegründet. Der Standort befindet sich in Flums/Schweiz, rund 100 Kilometer südlich des Bodensees.

Vom Bohren von Hohlräumen bis zum technischen Ausbau können Firmen hier ihre Neuentwicklungen testen und fachkundigem Publikum demonstrieren, das im Hagerbachstollen regelmäßig zu Gast ist. Denn der Tunnel ist auch Veranstaltungsort: Hier befinden sich Seminar- und Tagungsräume und die Gäste werden in einem Restaurant bewirtet. Als Zentrum für Technik und Fachveranstaltungen ist der Hagerbachstollen in der Welt des Tunnelbaus einzigartig. So ist er auch für HANNING & KAHL ideal, um die GuideLight-Produkte zu präsentieren.

Für den Einbau in Eisenbahntunnel hat HANNING & KAHL für diese Produktlinie ein System zur Tunnelnotbeleuchtung entwickelt. Dieses wird in einem Handlauf integriert. Entlang der Gleise ist stets ein Fluchtweg angelegt, der beleuchtet werden muss, um die Reisenden im Notfall sicher hinaus bzw. in einen Schutzraum zu leiten. Dies geschieht über einen an der Wand montierten Handlauf.

Orientiert an einer Ausschreibung der schweizerischen Bundesbahn, bietet der GuideLight-Handlauf mehrere Funktionen in einem Teil: An der zur Tunnelwand weisenden Seite ist ein Kabelkanal angeformt, eine Nut an der Unterseite nimmt ein LED-Band zur Beleuchtung des Fluchtwegs auf. Zum echten GuideLight aber wird er erst durch das integrierte Lauflicht. Dieses kann im Notfall von einer Leitstelle aus bedient werden. So finden die Reisenden sofort die jeweils richtige Fluchtrichtung.

Zusätzlich zu den genannten Funktionen muss der Handlauf weitere Eigenschaften aufweisen: Neben Festigkeits- und Steifigkeitsanforderungen ist eine Korrosionsbeständigkeit für 30 Jahre gefordert sowie eine gelbe Farbgebung, schwer entflammbar muss er sein und elektrisch isolierend. Mit der Erfüllung des letzten Punktes erübrigt sich die aufwändige Installation einer Erdungsleitung.

Für die Serienherstellung unseres Handlaufprofils wurde die so genannte Pultrusionstechnik mit glasfaserverstärktem Kunststoff gewählt. Dieser kontinuierliche Herstellprozess erlaubt die wirtschaftliche Fertigung komplexer Querschnittsgeometrien. Der Faserverbundwerkstoff vereint alle geforderten Eigenschaften in einem Teil.

Für die Fertigung unseres Handlauf-Prototyps wurde die so genannte Vakuuminfusionstechnik gewählt, mit der die je zweieinhalb Meter langen Handlaufelemente einzeln erzeugt wurden. Die so hergestellten Teile weisen die geforderten Festigkeitseigenschaften auf und erreichen eine dem Serienprodukt vergleichbare Qualität. Die Entwicklung und Fertigung der Prototypen wurde vollständig bei HANNING & KAHL durchgeführt. Fachkundige Besucher und potenzielle Interessente können die Anlage ab sofort besichtigen.